Die letzte Etappe

Nachdem mich jetzt eine Woche lang die Sorge um mein Motorrad umgetrieben hatte, lief es wieder traumhaft.

Abends noch schnell ins ein kleines Hotel eingezogen und ab in die Stadt, da habe ich einen Burger King gesehen. Ich musste einfach hin 🙂 Mal nen großen Bürger mit Pommes und Cola… Ich nehme den Whopper immer mit Bacon, reflexartig bestellte ich ihn so auch hier. Fertig und müde von Tag wiederholte ich meine Bestellung auch mehrfach, da Sie auf Unverständnis beim Personal traf. Dieses englische Wort „Bacon“ war ihnen wohl kein Begriff. Auch meine Versuche mit Händen und Füssen klar zu machen was ich wollte scheiterten kläglich. Was soll’s, nehme ich ihn halt ohne Bacon. Ich verzog mich mit meinem Burger an einen Tisch und ca. nach der Hälfte der Burgers und wahrscheinlich Dank des Zuckers in der Cola, musste ich ziemlich lachen 🙄 Schinken und Bacon werden wohl in der muslimischen Welt nicht so oft bestellt… Blöde Touristen! :mrgreen:

Am nächsten Morgen bin ich aufgewacht, hatte einen vollen Pausentag in Trabzon und die Einladung zum Abendessen. Seit Tagen war wieder einmal richtig gutes Wetter und mittags knappe 18 Grad. Nach dem Frieren der letzten Tage einfach nur herrlich!

Lange habe ich im Hafen in der Sonne gesessen und gelesen.

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Bin durch die Stadt geschländert und habe mir die kleinen Gassen mit vielen Geschäften angeschaut. Dazu habe ich die 300 Dollar die ich noch aus dem Iran übrig hatte in türkische Lira getauscht.

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Am Abend dann mit dem Motorrad zu Murat in die Werkstatt. Treffpunkt für den ganzen Club. Nach und nach kommen alle Mitglieder zusammen und wir fahren in die Hänge über Trabzon in das Elternhaus eines Mitglieds. Die Stadt liegt unter uns mit Ihren Lichtern und der Horizont ist das Schwarze Meer. Grandios. Ich habe keine Kamera mit, aber in meinem Kopf sind die Bilder eingebrannt.

Trabzon-Nacht

Es gab Hamsi, die europäische Sardelle, Sie wandert durch den Bosporus und ist bei den Menschen der Region sehr beliebt. Ist vielleicht vergleichbar mit der Spargelzeit. Gegrillt mit Salt und Salat dazu, wird Sie mit den Händen gegessen. Man kann die Gräten mitessen, oder nur das Fleisch abziehen.

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Die Gruppe war genial. Ich habe nur ein paar Handybilder aber ich denke Sie zeigen, dass wir einen wirklich schönen Abend hatten.

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Zum Abschluss gab es für alle natürlich nochmal Tee und das mit einem holzbefeuerten Teekessel. Da war Druck im Kessel 😆

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Am nächsten Morgen ging es weiter. Nun konnte es wieder richtig los gehen. Auf nach Westen! Entlang der Küste bis nach Samsun. Leider ist hier die ganze Küstenstraße autobahnähnlich ausgebaut. Es rollt sich schön, auch dank des nicht vorhandenen Verkehrs. Allerdings ist es fahrerisch auch nicht besonders spannend. In die Berge zurück möchte ich aufgrund von Schnee und Kälte nicht, also weiterrollen. 🙂

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Kurz hinter Samsun schlage ich mein Zelt auf, das letzte Mal auf dieser Reise wie sich später herausstellt. Direkt am Schwarzen Meer mit dem Rauschen der Wellen im Hintergrund. Grandios hier seinen Kocher rauszuholen und mit einem Bier am Strand zu sitzen.

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Sonnenuntergang ist jetzt auch schon sehr früh. Die Türkei hat verrückterweise nur eine Zeitzone. Daher geht im Osten die Sonne sehr früh auf und noch früher unter :mrgreen: Ich esse also früh, ist die Sonne einmal weg wird es auch recht schnell kalt, also bin ich kurze Zeit später schon im Schlafsack und schlafe. Mit den ersten Sonnenstrahlen erwache ich und erlebe einen wunderschönen Sonnenaufgang. Mit Kaffee am Strand, genial!

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Lässt man die Halbinsel Sinop hinter sich endet auch die Autobahn und die schöne alte Küstenstraße kommt zum Vorschein. Hier darf ich nochmal knappe 320km eine traumhafte Strecke erleben. Viele kleine Orte säumen den Weg und ich habe richtig Spaß zu fahren. Die Leute grüßen, an der Tankstelle gibt es Tee und der Asphalt ist trocken. Was will man mehr!?

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Ich fahre bis zum kleinen Örtchen Cide (nein nicht das bekannte am Mittelmeer 😳 ). Hier finde ich per Zufall eine günsige Pension mit riesigen Zimmern. Das trifft sich gut, so kann ich das Zelt trocknen, welches von der Luftfeuchtigkeit + Tau wieder total nass ist. Lecker Cigköfte gegessen und zufrieden ins Bett gefallen. Eine kleine Anekdote zu Cigköfte. Wie ich in Istanbul gelernt habe heißt Cigköfte rohes Fleisch. Früher wurde, ähnlich wie bei uns Mett(traditionell rohes Lammfleisch), auch gerne in der Türkei gegessen. Durch Probleme bei der Kühlung gab es aber immer wieder „Ärger“ und es wurde verboten. Die Restaurantlandschaft ist aber sehr spezialisiert. Es wird sich auf ein Gericht mit seinen unterschiedlichen Variationen spezialisiert und nicht vieles angeboten. Also mussten sich die Cigköfte Spezialisten was Neues einfallen lassen. Sie haben daher das rohe Fleisch „einfach“ durch Bulgur ersetzt. Der Name ist dabei gleich geblieben 😉

Ich musste wieder weg von der liebgewonnenen Küste um Istanbul in 2 Tagen zu erreichen. Ich hatte dort über Valeria(meine liebste CouchSurferin überhaupt) einen Kontakt, der mich für einige Tage hosten konnte. Idealerweise natürlich übers Wochenende. Also einmal über die Berge bis nach Bolu und von dort aus dann auf schnellem Wege nach Istanbul. Ich hatte vorbereitend mal geschaut welche Unterkünfte es in Bolu gibt. Dabei bin ich über ein Angebot vom Fenerbahçe Istanbul Sporthotel gestolpert. Anstatt 150 Euro 32 Euro die Nacht inkl. Halbpension und Benutzung des Wellnessbereichs. Ich konnte einfach nicht wiederstehen. Sauna, Schwimmbad, leckeres Essen. Das würde meinen Knochen gut tun 😳

So bin ich abends im Hotel angekommen und es war wie erwartet ein klasse Hotel. Wunderschöne riesige Zimmer, ich war ewig warm duschen, um dann mit dem bereitliegenden Bademantel den Wellnessbereich zu erkunden. Riesiges Buffet wo ich mich kugelrund gegessen habe. Alles war grandios!

Gut gelaunt bin ich aufgewacht, mit voller Vorfreude auf das Frühstücksbuffet und dann DAS:

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Tja aktuell war es nicht mehr am schneien, also konnte ich auch zum Frühstück gehen. Dort war das Personal schon aufgeregt. Sie wussten genau wer der Motorradfahrer ist. Alle fragten mich was ich jetzt machen würde. Na mich gleich aus dem Staub machen, überwintern wollte ich nicht hier 😛

Nachdem ich meine Sachen gepackt hatte, stelle sich herraus, dass der Chokezug und eigentlich das gesamte Motorrad völlig eingefrohren waren. Zwar konnte ich den Schlüssel einstecken und auch drehen, aber ohne Choke konnte der Motor nicht anspringen. Es hatte wohl geschneit, getaut, gescheint. Also bei der Rezeption gemeldet, dass ich ein Problem habe. Hier wollte man mir mit heißem Wasser helfen. Meine Einwände, dass heißes Wasser schneller friert wurden mit einem Kopfschütteln abgetan. Zu meinem Glück kam der Hotelmanager dazu und hat die Lage „gemanaget“. Das Motorrad wurde in die Werkstatt des Hotels geschoben, mit Hilfe des großen Holzofens wurde das Motorrad abgetaut und dabei auch direkt oberflächlich gereinigt. Selbst mein Lampengitter wurde abgeschraubt und die Scheinwerfer gereinigt, so konnte man mich nicht fahren lassen(Es sah auch aus…). Nach ein paar Minuten war dann alles wieder gängig und die Kleine sprang freudig an. Jetzt hatte ich nur noch das Problem, ich musste von dem Hügel runter, irgendwohin wo gestreut ist. Alles kein Problem! Der Manager holt sein Auto und fährt vor, damit macht er mir eine kleine Spur frei in der ich hinterherfahre. Gott sei Danke ist nach einigen Metern der größe Spuk schon vorbei und ich habe wieder Asphalt unter den Rädern. Ein kurzer Bremstest auf Schnee zeigte nämlich, dass die Oberflächenreibung doch ziemlich gering ist. Wir fahren weiter abwärts und nachdem sicher ist, dass kein weiterer Schnee auf der Strecke ist verabschiedet sich mein Helfer wieder zurück ins Hotel. Von der Schneefahrt gibt es noch ein Video, welches ich euch bei Zeiten auch noch zeigen werde.

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Nachdem ich „nur“ noch Regen hatte konnte es weiter nach Istanbul gehen. Um so weiter ich in Richtung Istanbul kam, desto besser wurde das Wetter. Im Prinzip fangen die ersten Vororte ca. 50km vor dem Stadtzentrum an. Ca. 14,3 Millionen Menschen leben hier. Nr 23 in der Welt zur Zeit. Unglaublich! Trocken konnte ich über die Bosporusbrücke fahren und somit von Asien nach Europa. Was für ein Gefühl! Habe ich auch per Video festgehalten. Da ich etwas früh dran war und mein Host noch bei der Arbeit, habe ich mich den Nachmittag über in ein Kaffee eingenistet. Bin also inkl. Regenklamotten nass und durchgefrohren da rein und habe gelesen. War schon ein Blickfang 😀

Nach etwas suchen habe ich dann auch meine Unterkunft und Beycan gefunden. Motorrad geparkt, geduscht und ab in die Stadt mit ehemaligen Arbeitskollegen von Beycan getroffen. Super nette Leute und wir haben ein paar Bier getrunken waren dann noch in Taksim unterwegs, haben was gegessen und noch mehr Bier getrunken. Das ich als Gast eingeladen werden, muss ich ja nicht extra erwähnen. Auch hier ist die Gastfreundschaft unglaublich. Generell habe ich in der Türkei festgestellt, dass die Menschen etwas reservierter sind als im Iran. Sie gehen nicht von sich aus auf einen zu, oder sprechen dich an. Ist das Eis aber erstmal gebrochen hat man eine verdammt gute Zeit!

Wir haben lange geschlafen und am nächsten Morgen gab es erstmal ein ordentliches Frühstück. Schönes Omelett mit Sucuk, der schönen würzigen Rinds- oder Kalbswurst. Frisch gestärkt haben wir bis 15 Uhr gequatscht. Beycan und Eyman wollten noch in den Baumarkt, da Sie kurz vor einem Umzug standen. Ich habe mich dann doch noch aufgerafft und bin in die Stadt gefahren. Da die Hagia Sophia ein Museum ist und die haben am Montag geschlossen, „musste“ ich es noch am Sonntag angehen 😎

Als Kirche 537 n.Chr. (logischerweise) eröffnet war Sie erst orthodox, dann katholisch, wieder orthodox und am Ende bis 1931 eine Moschee. Heute ist Sie ein wirklich sehenswertes Museum und ich war froh es nicht in der touristenreichsten Zeit besichtigen zu können. Es waren immer noch viele Touristen in der Stadt, aber es war überschaubar. Ich will nicht wissen was hier im Sommer los ist.

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Nach einem kurzen Schwenk durch die Altstadt war es schon dunkel geworden. Es hatte aufgehört zu regnen und ich bin ein paar Stationen vor meinem temporären zu Hause ausgestiegen, um am Bosporus entlang zu laufen. Ca. 30km lang und zwischen 700 und 2500 Metern breit verbindet er das Schwarze mit dem Mittelmeer und trennt Asien von Europa. Der Blick auf die andere Seite ist ganz klar. Für eine so große Stadt hat Istanbul sehr angenehme Luft. Das liegt zum einen an den Hügeln und zum anderen am Wind der duch den Bosporus konstant vorhanden ist.

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Die Bosporus Brücke ist 1560m lang und ich bin schön gemütlich über sie gerollt. Auf der linken Seite kann man den Beylerbeyi-Palast erkennen.

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An ihm bin ich auf dem Weg nach Hause noch vorbei gelaufen und ich konnte ein paar schöne Bilder von den beleuchteten Außenmauern machen.

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Ich muss ganz ehrlich sagen, dass die Luft einfach etwas raus war. Ich hatte so viel gesehen und der absolute Drang noch vieles sehen zu müssen war weg. Es war für mich einfach ein sehr entspanntes erkunden. Ich habe die Zeit mit meinen beiden Hosts unglaublich genossen und wir haben viel erzählt und gelacht. Nun war es Montag und die beiden mussten früh zur Arbeit. Ich habe in Ruhe gefrühstückt und bin wieder in die Stadt gefahren. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind nicht so stark ausgebaut. Gerade die Verbindung von asiatischer und europäischer Seite ist immer noch ein Problem. In den nächsten Jahren soll er massiv ausgebaut werden, insbesondere die U-Bahn.

Mein „Tagesziel“ war die Blaue Moschee und die Cisterna Basilica. Man muss Istanbul noch einmal viel mehr Aufmerksamkeit widmen. Aber für diesen Besuch sollte es genug sein.

Die Sultan-Ahmed-Moschee auch als Blaue Moschee bekannt ist 1616 eröffnet worden und war immer eine Moschee. Sie hat eine Kapazität von 10.000 Gläubigen. Mit ihren insgesamt 6 Minaretten, gibt es nur zwei weitere Moscheen die mehr haben. Sie ist heute die Hauptmoschee in Istanbul und die Hagia Sophia liegt nur wenige hundert Meter entfernt.

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Die Waschung erinnert mich wieder an den Iran. Muss ich mal wieder machen, sonst vergesse ich wie es geht 🙄

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Da der riesige Lampenkranz von unzähligen Seilen gehalten wird, geht die Sicht in der Moschee auf die Kuppel und den Raum leider etwas verloren. 😥

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Die Cisterna Basilica ist eine von mehreren Zisternen in Istanbul. Soweit ich weiß ist es die Größte ihrer Art und auch die einzige die so schön beleuchtet und beschallt wird. Auch hier war es angenehm, dass nur einige Leute mit mir unterwegs waren. Die Ruhe des Ortes wirkte dadurch sicher besondern. Durch das Ausleuchten und die Klangwelt die vom Band erzeugt wird, kommt eine sehr angenehme mystische Stimmung auf. Um 540 n.Chr. fertiggestellt fasst Sie 80.000 Kubikmeter Wasser und des umgedrehte Medusenhaupt als Fuß von Säulen ist sicherlich der bekannteste Punkt. Man kennt die „Halle“ auch aus Filmen wie James Bond oder The International.

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Nachdem ich noch etwas durch die Stadt geschlendert bin, habe ich mich wieder auf den Weg nach Hause gemacht. Eymen und ich waren noch richtig gut türkisch Essen und hatten einen angenehmen Abend. Am nächsten Morgen habe ich etwas verschlafen und die beiden waren schon weg als ich aufgewacht bin. In Ruhe gefrühstückt, damit der morgentliche Verkehr in Istanbul etwas nachlässt, das Bett usw. aufgeräumt und meine Sachen wieder gepackt. Als ich das Motorrad fertig gepackt hatte, hörte es auf zu regnen. Schon mal ein positives Zeichen! Um so weiter ich Richtung griechische Grenze unterwegs war, um so besser wurde das Wetter. In Griechenland schließlich hatte ich blauen Himmel und ich wurde mit tiefstehender Sonne an der Grenze begrüßt. Auf der türkischen Seite werde ich vom Grenzer auf einen Kaffee eingeladen. Er ist Kurde, viel weiter kann man in der Türkei kaum von Kurdistan weg sein, der Kaffee ist Instantkaffee und dazu gibt es Schokoriegel aus großen Kartons. Wahrscheinlich wurden die Sachen mal konfisziert 😆

In Griechenland angekommen bin ich wieder in der EU, es gibt den Euro, gefühlt bin ich schon fast wieder zu Hause. Mein Weg führt mich nach Alexandroupolis, Campingplätze haben alle zu(Ende November auch zu erwarten). Ich finde eine nette kleine Unterkunft, hier steht ein Weihnachtsbaum im Foyer und es gibt kostenlose Weihnachtsplätzchen. Mein Gott es ist nicht mehr lang bis Weihnachten. Davon war ich so weit weg, dass es mich hier fast ein wenig überrumpelt.

 

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Auch in Griechenland kann man lecker essen und ich falle schnell in den Schlaf. Am nächsten Tag mache ich mich wieder bei schönem Wetter auf nach Thessaloniki. Ich habe Zeit und fahre gemütlich über die absolut leere Autobahn. Auf einmal muss ich Maut bezahlen. Darauf war ich gar nicht eingestellt. Mein letztes Bargeld hatte ich für Unterkunft und Essen ausgegeben. Ich bin nicht flüssig! Alles kein Problem. Man bekommt einen Zettel ausgestellt und hat 4 Wochen Zeit es an jeder anderen Mautstelle zu bezahlen. Auf dem Weg nach Thessaloniki mache ich das Ganze noch 4 Mal.

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Irgendwann habe ich dann die Nase voll von den Mautstellen und dem Zettelausfüllen. Ich fahre zur Mittagspause ab und lange an einem wirklich netten Küsenstädchen. Hier gibt es einen Geldautomat und noch viel besser eine schöne Küstenpromenade, wo ich verweile und meinen Zuckerhaushalt wieder auffülle. 😳

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Ich fahre weiter und kann dann endlich meine Schulden an der nächsten Station begleichen. Der Zug nach Hause ist jetzt schon deutlich zu spüren. Es wird wieder kühler und ich friere mir einen zurecht. Dazu kommt, dass die Sonne nicht mehr scheint und mich etwas wärm. In Thessaloniki finde ich ein schönes kleines Hotel direkt in der Innenstadt und dan den Ruinen des alten römschen Theaters. Auch diese Stadt hat unterschiedlichste Zeiten durchlebt, nach den Römern kamen die Byzantiner, gefolgt von den Osmanen. Ich laufe ein wenig durch die Stadt, die in der Vorbereitung des morgigen Generalstreiks ist.

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Hinten ist der weiße Trum zu erkennen, einer der Wahrzeichen von Thessaloniki.

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Ich verbringe den Abend in einem kleinen Restaurant/Bar und nutze das WLAN, um mit der Heimat zu kommunizieren. Das Wetter ist regnerisch und kalt. Am nächsten Morgen regnet es auch und ich verlasse Thessaloniki im Regen, um kurz darauf über viele km in dichten Nebel zu geraten. Der Drang nach Hause ist in solchen Augenblicken noch stärker. Der Plan über den Balkan nach Hause zu fahren ist verworfen. Für die kommenden Tage ist nur Regen und niedrige Temperaturen für die Küste angesagt. In die Berge zu fahren ist kaum möglich, da schon Schnee und nass-kaltes Wetter auf mich wartet. Daher habe ich mich dazu entschlossen die Fähre von Igoumenitsa nach Venedig zu nehmen. Dafür muss ich noch einmal über eine 1600 Meter hohe Bergkette. Das im Nebel bei niedrigen Temperaturen. Ich mache keine Bilder an dem Tag, dass sagt eigentlich alles 😯 Es gibt ein paar Videos, wie ich durch eine weiße Welt fahre. Der Generalstreik hat hier aber seine Vorteile. Die Mautstationen sind zum Großteil nicht besetzt!

In Igoumenitsa treffe ich deutschspechende Hotelbesitzer an, die mich freudig aufnehmen. Da ich am nächsten Morgen früh an der Fähre sein muss, gehe ich auch früh ins Bett.

Am nächsten Morgen stehe ich im Sonnenaufgang am Fähranleger und ich kann den Sonnenaufgang sehen. Es ist bestes Wetter. Habe ich mich richtig entschieden!? Jetzt ist es zu spät(Der Balkan hatte schlechtes Wetter). Die Fähre hat zwei Stunden Verspätung, Folgen des Generalstreiks. Die Zeit nutzen die Mitfahrer sich diesen kautzigen Motorradfahrer mal genauer anzuschauen. Dank der Tipps nehme ich meine Schlafsack mit an Board.

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Tschüss Griechenland und auf nach Italien. Mein Gott Italien, ist wirklich schon vor der Haustür. Einige Stunden später auf der Fähre sind wir dann auch im schlechten Wetter. Ankunft in Venedig am nächsten Morgen. Dank des Schlafsacks habe ich wunderbar geschlafen. Es ist bewölkt aber trocken. Fahre ich nach Venedig rein? Nein, ab nach Hause! Da fahren wir bei anderer Gelegenheit nochmal hin.

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Um so weiter ich von Venedig weg fahre um so besser wird das Wetter. In nehme die Gelegenheit beim Schopfe und fahre Nebenstraßen Richtung Brenner und nehme noch einen kleinen Pass mit. Fahrspass pur!

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Ich habe Glück. Das Wetter ist wirklich gut, kalt aber trocken und in den Alpen liegt für Anfang Dezember kaum Schnee. Es sieht fast aus wie im Sommer. Ich bin durchgefroren, aber sehr glücklich mit dem Fahrtag in den Alpen. In Schönberg im Stubaital stolpere ich über eine super tolle günstige Pension. Genau wie man es sich in Österreich vorstellt, alles aus Holz und gemütlich eingerichtet. Die Leute hier sprechen Deutsch. Das ist schon fast befremdlich. Selbst im Supermarkt wo ich Schokoriegel für den nächsten Tag bunkere. Verrückt! Es gibt ein zünftiges Abendessen(ich sage nur Spätzle) und ich kugel mich ins Bett.

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Am nächsten Morgen scheint mir das Wetter noch treu zu bleiben. Ich entschließe mich über den Aachensee/Tegernsee nach Nürnberg zu fahren.

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Das war es also, da rolle ich wieder nach Deutschland rein. Nach 3 Monaten und fast 15.500 km an dieser Stelle. Einfach so, zack!

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Durchgefroren komme ich in Nürnberg bei meinen Freunden Eva und Daniel an. Später stoßen Hannes und Meike dazu, die extra wegen mir für den Abend von Schwäbisch Hall nach Nürnberg kommen. Wir haben einen wunderschönen Abend inkl. Besuch des Weihnachtsmarktes und eines fränkischen Gasthauses. Ich esse Nürnberger Rostbratwürse. Das ist schon etwas klischeehaft, aber lecker! Nach dem ersten Weihnachtsbaum in Griechenland und dem Weihnachtsmarkt mit Glühwein hier merke ich, dass ich mich noch etwas akklimatisieren muss. Fast schon ein Kulturschock 😀 Es ist toll wieder Freunde um sich zu haben. Menschen die man kennt!

So fahre ich am nächsten Tage voller Vorfreunde auf meine Familie gänzlich gegen Heimat! 5 Stunden später erreiche ich wieder durchgefroren mein zu Hause. Mein Vater nimmt mich in Empfang, meine Mutter ist leider in Florida und genießt die Sonne und verpasst die große Wiedersehensfreude.

Nach 16.000km stehe ich wieder an dem Ort wo ich drei Monate zuvor abgefahren bin. Einen platten Reifen am zweiten Tag und sonst ohne größere Probleme wieder zu Hause. Ein unglaubliches Gefühl!

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Die Eingewöhnung zu Hause läuft noch. Ich habe viele neue Eindrücke gesammelt, unglaublich tolle und inspirierende Menschen unterwegs getroffen. Die größte Gastfreundlichkeit meines Lebens insbesondere von Muslimen erfahren und finde ich mich in einem Land wieder wo Pegida gegen die Islamisierung auf die Straße geht. Vieles was es zu verarbeiten gilt, vieles worüber ich noch nachdenken muss.

In der nächsten Vortragssaison werde ich einen Vortrag über diese Reise fertig haben. Im Hebst/Winter/Frühling 2015/2016 hoffe ich euch zu sehen und werde euch direkt von meinen Erlebnissen berichten, die versprochenen Videos zeigen und erzählen was aus dem Verarbeiten und Nachdenken geworden ist!

 

 

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