Komme gar nicht mehr zum Schreiben…

Also letzter Stand war ja Nida auf der Kurischen Nehrung 😀

Dort bin ich zwei Tage geblieben. Am letzten Abend ist ein Rotel-Hotel-Bus angekommen. Sehr lustig… Er spuckte eine ganze Ladung Deutscher aus die dann in den Särgen des Anhängers zu Bett gingen. Sie waren in München gestartet und fuhren bis St. Petersburg um von dort nach Hause zu fliegen.

Der Abend selber verlief dann ganz anders als geplant. Eigentlich wollte ich ja auf dem Kinoabend vorbeischauen. Aber neben mir hat dann ein Pärchen aus Berlin gehalten, wobei Sie aus New York kam und direkt daneben ein Pärchen aus Wien. Wir kamen ins Gespräch und haben dann bis 1 Uhr zusammengesessen und über die Welt philosophiert. Der Rotwein hat uns dabei geholfen. 😉
Sie gaben mir einen Tipp, dass es in einem Naturschutzgebiet ein altes russisches Atomraketen Silo gibt, welches man heute besichtigen kann. Sowas interessiert mich natürlich und ich habe die Route entsprechend geändert…

Am nächsten Tag also meine Sachen zusammengepackt und mich auf den Weg Richtung Raketensilo gemacht. Es liegt in einer recht wenig besiedelten Region und war gar nicht so einfach zu finden. Die letzten 6km gingen über eine schöne Dreckstraße und die Ausschilderung glänzte durch Abwesenheit…

Angekommen am Silo selbst fand ich ein modernes Museum vor, welches vor kurzem komplett neu erbaut worden sein muss. Ich habe eine Führung gebucht und hatte noch 30 Minuten Zeit bis Sie begann.

Habe noch einen holländischen Biker getroffen der in der Führung vor mir war. Er gab mir seine englische Infomappe und ich war perfekt vorbereitet. In meiner Führung war außer mir kein Ausländer. Es wurde sich aber perfekt um mich gekümmert. Am Anfang hat die Führerin noch versucht mir extra nochmal alles auf Englisch zu erklären, dies hat dann spontan ein anderer Gast übernommen, mit dem ich dann auch noch über den kalten Krieg und dessen Sinnlosigkeit sprechen konnte. Unterm Strich ein wirklich imposanter Ort!

Die Raketen waren 27m hoch und hatten einen Durchmesser von 6m. Insgesamt gab es 4 Abschussvorichtungen und es konnten immer zwei Raketen gleichzeitig gestartet werden, da zwei von einander unabhängige Kontrollräume existierten. Weitere Raketen und gefechtsköpfe wurden in einem Bunker in der Nähe gelagert, so dass innerhalb von 4 Stunden 8 Raketen hätten abgefeuert werden können. Danach hätte Europa in Schutt und Asche gelegen.

Die Jungs hier haben den ganzen Tag auf das Signal zum Angriff gewartet. Sie hatten 15m langer Kabel an den Kopfhörern, damit Sie überall mit Kopfhörer hingehen konnten.

Das wirklich unglaubliche ist. Dass die Raketen selber über keine aufwendig Steuerungseinrichtung verfügten. Es gab 3 Messinstrumente. Die Vertikale, die Horizontale und die Distanz. Die Rakete selbst wurde im Silo selbst durch die Ausrichtung um 360 Grad auf das Ziel eingestellt und durch optische Sensoren wurde Sie entsprechen gekippt und das von Hand! Die Genauigkeit lag bei 2km bei 2000km Radius und wurde später auf einen halben km verbessert. Unfassbar!

Hier sieht man die Gradangaben am Rand…

Das Silo selbst…

Ich bin dann weiter durchs Land und habe eine kleines Gasthaus gefunden, wo auch ein Campingplatz zu gehört. Hier war aber außer mit kein Gast und erst spät am Abend kam noch ein lustiger Schweizer mit seinem Fahrrad an, der in Murmansk gestartet ist. Verrückt 😉 Mein Motorrad war auf jeden Fall sicher untergestellt. Es hat nämlich viel geregnet…

Hier in der Siedlung gab es zwei baugleiche Häuser. Sie repräsentieren sehr gut wie sich das Land wandelt…

No.1

No. 2:

Gestern morgen bin ich dann weiter zum Berg der Kreuze. Ein wirklich besonderer Ort. Viele Gläubige die dort Beten und ihre Kreuze aufstellen. Aber auch viele Touristen, wie mich, die es irgendwie stören. Bin dort ein wenig rumgelaufen und habe mir die Kreuze aus vielen vielen Jahren und Ländern angeschaut.

Dann ging es weiter nach Riga. Lettland ist wie Littauen ein schönes durch Agrarwirtschaft geprägtes Land. Die Straße führe über 30km einfach gerade aus. Bis zum Horizont. Schon mal eine Einstimmung auf die nördlicheren Strecken 😉

In Riga bin ich erstmal in einem Hotel untergekommen, da kein Couchsurfer Zeit hatte. In Hostels brauche ich immer einen eigenen Raum, da ich das gepäck irgendwo hinpacken muss und auch hier war nix mehr frei. Ich bin dann durch diese einfach nur grandios schöne Stadt gelaufen und war lecker essen. Ich bin total begeistert von dieser Stadt. Es gibt so viele schöne Häuser. Plätze voll von Menschen mit Livemusik und viele viele Parks die schön angelegt sind und der Stadt eine grüne Seele geben. Ich stelle jetzt einfach ein paar Bilder für euch rein, man muss es aber selbst gesehen haben.

 

Gestern Abend habe ich dann nochValeria von Couchsurfing getroffen und wir hatten einen lustigen Abend in einer Bar. Da 4 Polen ihr abgesagt haben, kann ich heute Abend bei ihr schlafen und wir werden mit ein paar anderen Couchsurfern die Stadt unsicher machen. Das wird sicher super. Da ich um 12 Uhr aus dem Hotel raus muss und wir jetzt 11:30 Uhr haben, ich noch alles zusammenpacken muss… AAAHHHH Werde ich jetzt mal Schluss machen und bald wieder von mir hören lassen.

Vielen Dank für die netten Mails, Kommentare und den Zuspruch. Sie unterstützen mich und ich bekomme kein Heimweh 😉

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