Mal langsam reinkommen…

Jetzt bin ich schon eine Woche unterwegs und so langsam finde ich mich in die Reise ein.
Es ist immer noch wie in einem Kurzurlaub und erst langsam wird einem klar das hier erst der Anfang ist 😉

Aber jetzt erzähle ich euch was in den ersten Tagen so alles los war.

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Vollbepackt und bei gutem Wetter ging es zu Hause los Richtung Edersee. Ich wollte nicht viele km über die Autobahn fahren nur um einen Tag zu sparen. Also bin ich ganz bemütlich ins bergische Land gefahren und über das Sauerland bis an den Edersee.

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Die Strecken sind wunderbar zum Motorradfahren, es war nicht viel los auf den Straßen und ich bin gut vorran gekommen.
Die Rezeption am Campingplatz hatte schon zu und auch ein klingeln half nicht weiter. Das Motorrad zog direkt recht viele Leute an die wissen wollten was für eine Reise ich unternehme. Hey ich bin gerade erst losgefahren 😉

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Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Thüringer Schiefergebierge und die aufgestaute Saale. Wieder gutes Wetter, wieder gute Strecken. Alles war wunderbar.

Doch dann änderte sich plötzlich das Fahrverhalten des Motorrades und ich hatte den ersten Platten in meiner Motorradkarriere. Ja richtig, am zweiten Tag!!!
Glück hatte ich, da ich direkt an einer Tankstelle zum stehen kam. Also erstmal Luft auf den Hinterreifen gegeben und siehe da, er verliert die Luft wieder in ca 60 Sekunden. Toll! Grandios! Also in die Tankstelle rein und gefragt ob irgendwo ein Reifenhändler ist. Ich wurde auf den Imbiss gegenüber verwiesen, da sollte ich mal fragen. Gut, dort wurde mir ein Motorrad Händler ein Dorf weiter genannt. Bonsack(Ja richtig Tim, Bonsack). Ein LKW Fahrer bekam von meinem Problem Wind und bot an mich dort hinzufahren. Motorrad rauf auf die Hebebühne und rein in den LKW.

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Ich hatte kurz mit der Firma Bonsack telefoniert um nachzufragen, ob Sie auch einen Schlauch dahaben. Dies wurde erfreulicherweise bestätigt und los ging die wilde Fahrt. Ich hinten drin, irgendjemand muss ja das Motorrad festhalten. Bei Bonsack abladen und zack schon war mein Helfer auch wieder weg. Was soll man sagen: VIELEN DANK!

Das Team von Motorrad Bonsack hat mich dann nett begrüßt und wir haben was erzählt. Wirklich toll so viele hilfsbereite Menschen an einem Tag zu treffen. Der Übeltäter wurde dann auch recht schnell gefunden, neuer Schlauch rein, alten zum flicken mitnehmen und schon war das Motorrad wieder fertig.

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Meine Strecke habe ich dann noch wie geplant geschafft und ich war abends in Thüringen an der Saale. Auf dem Campingplatz war ich mit Kazuo auf dem Rückweg vom IZI Meeting. Nun war etwas mehr los, aber von voll kann man nicht sprechen. War mit meinem Zelt mal wieder alleine auf der Wiese und habe die Zeit genutzt um den Schlauch zu flicken.

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Am nächsten Tag hin es dann wieder Richtung Prag. In Deutschland bin ich dann noch über das Schleizer Dreieck gefahren. Eine Rennstrecke wovon ein Teil öffentliche Straße ist. Habe mich gewundert warum der Asphalt so perfekt und in den Kurven Curbs sind 😉
Ein Motorradfahrer aus Bayern hat auch angehalten und wir haben ein paar Minuten nett geplaudert.

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Weiter ging es über wirklich schöne und tolle Motorradstrecken. Das Fahren hat einfach nur Spaß gemacht. Wetter perfekt! Mittagspause in einem Maisfeld mit schöner Aussicht… Das Ganze schon in der Tschechischen Rep.

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Hier noch eine Werbeaufnahme von meinem Motorrad, ich habe es wirklich gern 😀

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Abends bin ich dann in Prag angekommen. Leider habe ich über CouchSurfing keinen Host gefunden. Ich bekam Nachrichten zurück, dass ich schon der 20ste sei der für dieses Wochenende anfragt. Bei den Massen an Touristen auf die ich später in Prag treffen sollte, ist auch mir klargeworden, dass die CouchSurfing Hosts wahrscheinlich einfach überlastet sind. Es ist unglaublich wie die Stadt unter diesen Mengen ächzt. Also habe ich über AirBNB eine schöne kleine Unterkunft gebucht.

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Zelt musste noch was trocknen, da es am Morgen ein wenig geregnet hatte beim Abbau. Ich wollte eigentlich hier schon was im Blog schreiben, aber das WLAN war doch sehr wackelig und so macht es einfach keinen Spaß.

Am nächsten Morgen bin ich dann in die Stadt aufgebrochen. Ca. 50 Minuten dauerte es in die Stadt mit der Straßenbahn, auch dabei sieht man schon was. Ich hatte netterweise von einem Pärchen bei CouchSurfing was mich nicht hosten konnte, eine Liste von Tipps bekommen die ich dann „abgearbeitet“ habe 😉

Die Astronomische Uhr muss man gesehen haben…

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Die Schlange von Touristen die in den Turm wollten reichte fast einmal um den Block! Unfassbar! Ich stelle mich bei sowas nicht an, lasse mich dann lieber durch die Stadt treiben. Da Wochenende war wurde auch fleißig geheiratet und ein Pärchen tanzte untermalt von der Musik von Straßenmusikern über den Platz.

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Mitten auf den Platz haben auch ein paar Leute auf die Situation in der Ukraine aufmerksam gemacht. Habe kurz mit Ihnen geredet. Sie meinen Odessa sei OK 😉 Ich höre von vielen Seiten unterschiedliche Informationen dazu :-/

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Hier ein paar Impressionen aus den Straßen. Bin in der Stadt wie immer nur zur Fuß unterwegs gewesen. Es ist schwierig mal ein paar Ecken zu finden wo sich keine Menschentrauben durch „pressen“. Das ist mir in Prag wirklich negativ aufgefallen. Die Prager sagten mir, dass viele gerade am Wochenende aus der Stadt „flüchten“. Also falls es euch mal nach Prag verschlägt, macht es unter der Woche. Ein wenig besser sollte die Lage dann sein.

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Autowaschen in der Stadt!? So wird’s gemacht…

 

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Blick auf die prager Burg

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Genau an dem Wochenende war ein internationales Musikfestival in der Stadt. Hier sollte ich später noch im Gewitter stehen und ca. eine Stunde lang einem wirklich tollen Konzert lauschen. Mit mir viele Prager denen der Regen auch die Laune nicht vermiesen konnte!

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Hier ein Blick auf die Karlsbrücke auf meinem Weg zur Burg. Man kann die ganzen Touristen sehen :-/

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Der Weg zur Burg ist wirklich schön und der Blick über die Stadt ist herrlich. Ich habe Glück gehabt, dass ich es noch bis dahin geschafft habe bevor das Gewitter über Prag gezogen ist. Auch hier gab es viel zu sehen. Bewacht wird die Burg von zwei wirklich stramm stehenden Burschen ;), auf dem Vorplatz gibt es zwei hölzerne Zahnstocher(Fahnenmast), Asiaten haben immer die besten Methoden alles zu dokumentieren 🙂 Aber seht selbst…

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Da soll noch mal jemand sagen diese Rasenroboter funktionieren nicht. Hier hat das Prinzip Choas doch wunderbar gewirkt!

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Ich bin dann von Burg Hügel wieder angestiegen und hatte das Gewitter im Nacken. Bin dann selber über die Karlsbrücke gelaufen und habe mich durch die Stadt zu einem Restaurant aufgemacht, was auch auf der CouchSurfingliste stand.

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Wenn man nicht weiß, dass es das Restaurant gibt und wie es heißt wird man es auch niemals finden. Es ist auf dem Dach eines Kaufhauses und man fährt mit einem kleinen Aufzug hoch, bekommt dann wirklich leckeres Essen für „einheimische“ Preise und hat einen wunderbaren(Hier nach Gewitter) Blick über die Stadt. Ein leckeres Kirschbier gab es noch dazu 🙂 Ich fand einfach nur das Glas gut, dass es Kirschbier ist wurde mir erst beim ersten Schluck klar. Daher hat die Kellnerin also so komisch geschaut 😉

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Danach bin ich noch was durch die Straßen gewandelt und am Fluß entlang, gegen spätem Nachmittag habe ich wieder auf den Weg in mein Gartenhäuschen gemacht.

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Die Airlines scheinen auch hier zu kürzen, die Stewardessen werben mit allen Mitteln 🙂

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Tja das war Prag und schon sollte es weitergehen. Es war irgendwie schnell wieder vorbei, ein kurzer Zwischenstopp halt. Ein kurzes Einatmen der Atmosphäre. Die aber leider durch die vielen Touristen nicht mehr authentisch ist. Klar ist die Stadt sehr schön. Das bezieht sich auf die Architektur, leider habe ich hier keinen Weg gefunden die richtigen Prager kennenzulernen…

Am nächsten Morgen ging es also weiter quer durch die Tschechische Republik Richtung Slowakei. Hierbei hatte ich soweit noch gutes Wetter aber immer den Regen hinter mir, der mich quasi durch den Tag trieb. Auch die Wettervorhersage orakelte für die nächsten zwei Tage richtig schlechtes Wetter mit einhergehendem Absturz der Temperaturen.

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Auch hier wieder schöne Strecken, wunderbare Städte mit tollen Gebäuden und Plätzen zum wohlfühlen. Abends hatte ich dann schon leichten Regen und die zwei Campingplätze die ich angefahren habe waren geschlossen bzw. eher verlassen. Beim zweiten hatte ich dann vor mein Zelt aufzubauen, allerdings kamen genau zu dem Zeitpunkt zwei sehr fragwürdige gestalten, die sich wohl eine Kabine des Campingplatzes zu ihrem neuen zu Hause gemacht haben. Das war mir nicht ganz geheuer und so bin ich weiter. Da die Alternativen fehlten, bin ich zu einem Hotel gefahren. Fragen kostet ja nichts! Keine 40 Euro für die Halbpension in einem Wellnesshotel mit Schwimmbar und Sauna. OK das kann man machen 😉

Da für den nächsten Tag nur Regen angekündigt war und ich die Tatra doch auch genießen wollte bin ich direkt noch einen Tag geblieben.
Habe in einer Regenpause eine kleine Wanderung unternommen.

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Schön ist es hier in den Beskydy Bergen! Alles Skigebiete bestimmt auch im Winter einen Besuch wert.

Weiter geht es in die Slowakei. Niedrige und hohe Tatra warten auf mich. Ich wusste, dass ich noch einen Tag mit durchwachsenem Wetter kämpfen musste, dann aber wirklich schönes Wetter auch mich wartete. Daher habe ich mich entschlossen in die Tatra zu fahren und dort eine Nacht zu bleiben und dann einen super Fahrtag in der Tatra zu haben. Dieser Plan hat auch wunderbar funktioniert.

Wenn ich zu Hause bin warten auch eine Menge Videos auf euch. Die die ganzen Erlebnisse auch nochmal direkter einfangen werden.

Also erstmal in die Tatra reinfahren. Nachdem ich aus den Beskydy Bergen raus war, war es auch erst einmal trocken und ich konnte ein paar km wirklich schön fahren. Der erste Eindruck der niedrigen Tatra war durchweg positiv, wenn auch etwas wolkenverhangen.

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Auf dem letzten Bild kann man es schon sehen, gegen Mittag hat mich dann der Regen wieder erwischt und es wurde ganz schön frisch. Hier gibt es keine Bilder mehr, aber in Video. Zeige ich euch dann später. Bin weiter in meine Zielregion gefahren und bin bei Michal gelandet, der dort eine wirklich schöne Pension betreibt(Penzion Dubo). Übernachtung kostet 15 Euro, dazu noch eine Küche die ich nutzen konnte, wunderbar!

Der nächste Morgen war PERFEKT! Keine Wolke am Himmel. Endlich konnte man die Berge sehen. Da will man direkt aufsatteln und los! Frühstück, alles wieder aufs Mopped drauf und singend unter dem Helm los. Das neue Headset funktioniert außerdem wunderbar und über Blutooth Musik zu hören ist wirklich eine geniale Sache. Achtung versuchen nicht immer schneller zu werden 😀

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Also auf in die hohe Trata und was soll ich sagen es ist wunderschön. Bin Cathrins Empfehlung folgend eie 357 gefahren und hatte wirklich eine Menge Spaß und vor allem wunderschöne Aussichten.DSC_2765 DSC_2769 DSC_2776

Ich weiß nicht genau was die Slowaken vorhaben, aber überall sind Holzfällertrupps unterwegs und die Jungs machen ernst. Viele Bereiche sind komplett abgeholzt. Was ist da los? Soviele Skipisten machen keinen Sinn und bis das mal wieder richtiger Wald ist wird es lange dauern. Schade das hier so Raubbau betrieben wird!

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Nachdem ich so schön durch die hohe Tatra gefahren bin und dabei immer die niedrige Tatra im Blick hatte musste ich nun kurs Süd einnehmen und Richtung Budapest fahren. Hier ein letzter Blick auf die hohen Berge.DSC_2783

Leider war es nötig nochmal durch die niedrige Tatra zu fahren 😉 Ein Umfahren war nicht möglich. Da blüht das Motorradfahrerherz wirklich auf!

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Ich habe in der Slowakei keinen Aufkleber für meine Koffer bekommen. Ein Skandal eigentlich! Habe bei ca. 7-8 Tankstellen angefragt und keiner hatte einen 🙁

Ist halt alles EU und durch die EU Kennzeichen ist auch kein Aufkleber mehr nötig. Noch ein paar allgemeine Worte zu Tschechien und die Slowakei. Generell ist der Lebensstandard sehr hoch. Die Häuser sind durchweg in einem guten Zustand und alte Auto’s gibt es nicht mehr. Die Vorurteile von vor 20 Jahren können wir also hinter uns lassen. Im Prinzip braucht man nur nach Ostdeutschland zu fahren. Einen großen Unterschied gibt es da nicht. Auch dort verfällt hier und da mal ein Haus oder eine alte Industrieanlage. Für mich immer noch erstaunlich, wieviel Infrastruktur aus der Zeit der UDSSR vorhanden ist. Es gibt soviele Züge und Buslinien. Auch hier wird nicht mehr alles betrieben, da durch die hohe individuelle Mobilität keine Notwendigkeit mehr besteht. In den Städten gibt es aber auch viele Leute die nicht auf ein eigenes Fahrzeug zurückgreifen können und es gibt auch immer noch die Oma auf der Landstraße die vom einkaufen kommt.

Nun aber rein nach Ungarn und ab nach Budapest. Die Landschaft ändert sich erstmal wenig, Richtung Budapest wird es dann immer flacher bis die Stadt auftaucht.

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Im Gegensatz zu Prag gibt es hier keine hohe Bebauung. Ich habe noch keine einzige Plattenbausiedlung gesehen. Ich gehe jetzt mal in die Stadt und schaue ob es dabei bleibt, oder was ich so alles finde 😉

Hier noch ein paar Eindrücke von gestern Abend und meiner Wohnung. Ich bin mitten in der Innenstadt um mich herum sind viele Kneipen und Restaurants, dazu die Oper. Gegenüber ist ein Supermarkt und unten im Haus ein Bäcker. Besser geht es nicht.

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Also bis bald…

6 Comments

  1. Hallo Tobias,
    toller Reisebericht gefällt uns super. Die Hohe Tatra kenne ich noch, ich war 1985 dort und es war oder ist eine super Landschaft. Schade das jetzt soviel abgeholzt wird, wei Du beschreibst, ich dachte es ist Naturschutzgebiet.
    Wir wűnschen Dir weiterhin eine schöne Fahrt, tolle Erlebnisse und bleib Gesund
    Grűße Gerhard und Elfi

  2. Im November 2014 kamm es zu zu einem schweren Unwetter bei dem große Waldflächen zerstört wurden. Laut dem Slowakischen Agrarministerium wurde ein Waldstreifen von 50 km Länge und 2,5 km Breite zerstört. Also keine neuen Skigebiete in einem Naturschutzgebiet.

  3. Hallo Tobias,

    werde deinen Blog von der Reise genau verfolgen. Liest sich bis hierhin echt Klasse. Tolle Bilder echt Super. Hätte aber auch gleich eine Frage, was sind das für Taschen die Du an deinen Sturzbügeln montiert hast???

    Viel Spass noch und immer oben bleiben…

    Grüße Marco

  4. Hallo ,
    toller Reisebericht
    in den 80 ziger Jahren war ich öfter Zelten in der hohen Tatra und im slowakischen Paradis und in Ungarn am Balaton ,
    da kommen viele Erinnerungen wenn ich das lese ,
    ich habe mir vorgenommen da nochmal hinzufahren mit meiner Suzuki Freewind
    Vielen Dank für die tollen Reisebereichte

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