Polarexpedition beendet!

Endlich mal wieder eine Update 😀

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich nach dem Nordkap und dem erreichen von Tromsö keine Lust hatte zu schreiben. Irgendwie ändert sich einiges auf einer Reise, wenn man sich wieder auf dem Rückweg befindet. Die Tage zuvor bin ich immer weiter gefahren, weiter von zu Hause weg, hinein in neue Länder und Abenteuer. Nun war Norwegen erreicht und ich wieder auf dem Rückweg. Ich hätte noch länger weiter fahren können. Nicht das ich zu Hause und euch alle nicht vermisse, aber die Lust am Reisen war noch lange nicht aufgebraucht.

Nun habe ich mich daran gewöhnt wieder auf der Rüchfahrt zu sein und auch schon wieder einiges in Norwegen erlebt und viele KM gefahren. Ein sei hier schon mal gesagt. Norwegen ist ein beeindruckendes Land und die Landschaft ist wohl einmalig. Die Strecken sind wie für Motorräder gemacht, man dreht den Kopf und kommt von einem WOW ins andere WOW.

Das stimmt solange wie es nicht regnet! Meine Laune hängt unglaublich stark mit dem Wetter zusammen, aber ich stehe auch das schlechte Wetter durch. Da ich weiß, dass das nächste schöne Erlebnis alles Schlechte wieder vergessen lässt. Bei Sonnenschein hingegen singe ich unter meinem Helm 🙂

Nun aber weiter im Text… In Tromsö hat sich wirklich noch ein recht netter Abend ergeben und ich bin am nächsten Morgen wieder aufgebrochen. Das Wetter war mal wieder durchwachsen.

Es ging Richtung Lofoten eine vorgelagerte Inselkette. Ein wirklich wunderschönes Stück Strecke und auch Natur lag vor mir und das Wetter wurde auch allmählich besser.

Das besondere an den Lofoten ist nicht nur die wunderschöne Lage im Meer sondern die unglaublich schroffen Felsen die steil emporragen. Da die Gletscher der Eiszeit es nicht bis hier hin geschafft haben, sind Sie wirklich spitz und nicht wie auf dem Festland rund geschliffen. Ihr werdet dies auf späteren Bildern vom Festland gut sehen können.

Ich habe einen schönen Campingplatz gefunden und wurde von unglaublich netten Leuten zum Abendessen eingeladen. Er fand mein Zelt gut und so sind wir ins Gespäch gekommen. Die zwei kamen aus Düsseldorf. Zwei weitere Mädels waren auch noch zum Essen eingeladen und später kamen noch zwei Belgier dazu. Es gab leckeren Salat als ersten Gang, danach ein Kolrabigemüse als Zwischengang, Spaghetti als Hauptgang und selbstgemachten Vanillepudding mit Früchten als Nachspeise. So gut hatte ich lange nicht mehr gegessen. Dazu noch etwas Rose und später dann Tee mir Rum. Man was für ein Abend!

Ich bin dann gleich noch einen Tag geblieben und habe mich einfach etwas ausgeruht. Das Wetter war nicht so besonders… Die zwei Gastgeber sind dann mittags abgereist, haben mir aber noch was zu knabbern und ein paar andere Leckere Sachen dagelassen. Unglaublich lieb!

Abend habe ich mich mit den anderen noch was zusammengesetzt und wir hatten wieder einen netten Abend, wenn auch mit keinem so leckeren Essen 😉

Am nächsten Morgen war schönes Wetter da und ich habe mir Freunde meine Sachen zusammengepackt um die Lofoten Richtung Festland zu verlassen.

Weiter ging es also über die Lofoten zur Fähre die mich wieder zurück ans Festland bringt.

Dann ging es los. Ich war an der Fähre angekommen, hatte aber noch ca. 1 Stunde Zeit bis Sie einlaufen sollte. Also erstmal ein Buch rausholen und etwas in die Sonne legen. Ein Bus mit Deutsch kam an und die Leuten sahen mein deutsches Motorrad. Daraufhin musste ich meine kleine Reisegeschichte erzählen und wurde dafür mit Kaffee und Schokolade versorgt. Kein schlechter Tausch 😉

Zwei weitere Biker tauchten auf und wir kamen auch ins Gespräch… Dann kam die Fähre…

Rein in die Fähre, Motorrad festzurren. Hoffen das es hält und nach oben gehen um den Lofoten Good Bye zu sagen…

Wir Biker haben es uns dann an Deck gemütlich gemacht. Die zwei direkt neben mir kamen aus Russland und der einzelne Biker daneben aus Finnland. Mit den Russen konnte ich mich natürlich über meine Russland Erfahrungen austauschen und wurde mit Süßigkeiten versorgt. Wie ihr merkt lief es Nahrungstechnisch ziemlich rund. Ich wurde perfekt versorgt 😉

Nach 3 1/2 Stunden waren wir dann wieder am Festland angekommen und ich konnte Norwegen unter die Räder nehmen.

Von Bodö(Dies war der Ankunftshafen) aus für die RV17 eine der schönsten Küstenstraßen in Richtung süden und die wollte ich natürlich fahren. Also habe ich mir gedacht fahr aus der Stadt raus, auf die Zielstraße und such dir da irgendwo einen Platz zum zelten. Die Straße war super und so bin ich noch ein paar KM gerollt und an Saltstraumen vorbei gekommen. Hier eine kleine Erklärung…

Noch ein paar KM auf der schönen Straße gefahren…

Das Wetter war nicht berauschend und es gab immer mal wieder Regen aber auch trockene Stücke. Ich habe dann einen schönen Platz gefunden wo ich mein Zelt aufbauen konnte. In Norwegen gibt es überall Plätze inkl. WC die auch von den Wohnmobilen genutzt werden. Einige davon sind wirklich schön gelegen, so wie dieser hier. Also Zelt aufbauen und die Umgebung erkunden.

Ich hatte sogar meinen eigenen kleinen Strand, leider nicht das Wetter ihn auch zu nutzen. Als ich wieder zurück am Platz war, war ein Camper aus Deutschland eingetroffen. Ich wurde direkt begrüßt und zum Abendessen inkl. Lagerfeuer eingeladen. Wunderbar! Leckere Wurst und Brot…mhhh… Dazu gab es einen Schnapps der mit heißem Wasser aufgegossen wurde. Bei dem Wetter und den Temperaturen genau das Richtige.

Am nächsten Morgen bin ich aufgewacht und hörte dieses Geräusch was man nicht hören möchte. Tropfen auf meinem Zelt. Na da hat man schon Lust aufzustehen. Es wurde etwas weniger und ich habe mir meine Motorradklamotten angezogen und mein Zelt abgebaut. Zum Frühstück musste ich ja nur rüber zum Camper laufen. Einen Kaffee und ein Brot später habe ich die Maschine gestartet und mich auf den Weg gemacht.

Jetzt hat man diese wunderschöne Straße unter sich und eigentlich eine unglaubliche Landschaft. Aber man muss durch den Regen konzentriert und vorsichtig fahren und kann es nicht richtig genießen. Gott sei Dank wurde das Wetter ein wenig besser und es wurde auch trocken.

Vorbei an meinem ersten Gletscher…

Bis zur ersten Fähre. Die RV17 ist von ingesamt 6 Fähren unterbrochen. An der Fähre habe ich einen ganzen Haufen (8-10) BMW GS getroffen. Sie kamen von einem GS Treffen und waren gut drauf. Also bin ich mit den Jungs weitergefahren und wir hatten viel Spaß in der Gruppe wirklich die Kuh fliegen zu lassen. Wie ich lernte sind die Geschwindigkeitsbeschränkungen eher ein Richtwert und um die nächste Fähre zu bekommen ist alles erlaubt 😀

Daher gibt es von diesm Abschnitt nicht wirklich Bilder aber ich hatte einen riesen Spaß! Mit der nächsten Fähre ging es dann weiter und mit der Fähre habe ich den Polarkreis wieder Richtung Süden überschritten. Dies wird im Boot angekündigt und an Land ist es durch einen Globus markiert.

Die Strecke selbst war unglaublich und ich denke bei besserem Wetter ist sie der Wahnsinn. Leider war das Wetter immer noch bewölkt und man musste immer mit nassen Stellen rechnen. Da mein Hinterreifen wirklich am Ende war und ich an Stellen wo Wasser stand merken konnte das mein Heck unrühig wird habe ich mich entschlossen von der RV17 wegzufahren und auf die E6 zu wechseln. Die BMW Jungs hatten das gleiche vor, ich habe mich aber von der Gruppe getrennt und wir haben uns später wieder an einer Tankstelle getroffen. Wo mit netterweise einer der Jungs mit seiner Kreditkarte ausgeholfen hat und ich ihm das Bargeld gegeben habe, da meine Karte nicht akteptiert wurde.

Der Witz war, dass die Strecke von der Rv17 auf die E6 wohl die kurvenreichste Srecke bis dahin war und wir alle an der Tanke vollkommen euphorisch waren und nur gesagt haben WOW WOW WOW! Mein Reifen war immer noch fertig 😉 Auf den Flanken hatte ich ja noch Profil, daher kein Problem…

Habe dann wieder einen netten Platz zum campen gefunden und das Wetter wurde auf einmal besser.

Mit der Hoffnung das der nächste Tag auch gut wird bin ich dann eingeschlafen und was soll ich sagen. Der nächste Tag war gut. Es war trocken und die Sonne kam raus. Das kam mir natürlich sehr entgegen, denn für trockene Bedingungen war mein Reifen ja wie gemacht 😉

Also bin ich weiter die E6, die gar nicht langweilig war, Richtung Trondheim. Ein Biker hatte mir eine Adresse in Verdal gegeben, wo ein Motorradshop war. Das war also mein erstes Ziel.

Nun wie hätte es anders sein können. Der erste Shop hatte natürlich keinen Reifen für mich. Also bin ich wieder nach Trondheim wo ich noch eine Adresse hatte. Hier war ein netter Kerl der mir super gerne helfen wollte, aber seine Mechaniker waren im Urlaub. So hätteich mir den Reifen selbst aufziehen müssen. Naja er hat mir dann einen allgemeinen Reifenhändler die Straße runter empfohlen, aber wenn man mir da nicht helfen könne, sollte ich nochmal zurückkommen und er würde schauen, ob er am nächsten Morgen etwas für mich tun kann. Ich also zum nächsten Reifenhändler. Er hatte einen Reifen aber nur in anderen Dimensionen und ich ging davon aus, dass ich diese nicht auf dem Motorrad fahren darf. In Norwegen gibt es diese blöden Regeln nicht wie in Europa und daher spielt es keine Rolle. Also wieder zurück zum Yamaha Händler, der ließ mich im Internet nachschauen und siehe da, es gab eine Freigabe für den Reifen des Händlers. Zurück zum Händler und los gings. Auf die Frage was mich der Spaß denn kosten würde kam die Antwort: „Very much my fiiend!“ und es wurde laut gelacht. Die Jungs wussten was Sie tun und in 20 Minuten war der Reifen gewechselt und die Kette nachgestellt. Ich habe 1390 Kronen bezahlt. Was ca. 190 Euro entspricht. Für norwegische Verhältnisse war dies ein super Preis. Alles was ich zuvor gehört hatte lag zwischen 2000 und 1500 Kronen.

Vorher:

Nachher:

Ich war wie befreit 😀

Das Wetter war super geworden und die Wettervorhersage für die nächsten Tage war nicht besonders gut. Also einfach fahren, fahren, fahren! Ich wollte den Trollstiegen im trockenen fahren und einfach nur genießen. Ich hatte schon gehört, dass tagsüber viele Wohnmobile den Weg versperren. Also warum nicht das Wetter und den Tag nutzen und abends den Trollstiegen fahren. Gesagt…Getan…

Die Strecken waren super und der neue Reifen „schnell“ eingefahren. Das Wetter einfach nur ein Traum. Endlich konnte ich wieder ohne die Regensachen fahren und es machte nur Spaß… Meinen ersten kleinen Pass habe ich dann genommen und das erste Mal musste mein Motorrad durch richtige Serpentinen und den Berg hoch und es lief richtig gut. Dadurch das die Kette etwas nachgespannt war, lief Sie sogar noch besser. Nur eine Sache war komisch. Immer wenn ich in niedrigen Gang vom Gas ging hörte ich ein komische klackern. Dies war aber auch schon vor dem Reifenwechsel da. Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass es die Kette ist und Sie nach dem Spannen wieder Ruhe gibt. Aber es war noch da…

Dann ging es auch schon in die Schlucht wo der Trollstiegen Pass beginnt und es ging die Straße hoch… Es war wunderschön gang besonders im Abendlicht. Es war so gut wie kein Verkehr, aber ein paar andere Verrückte die um die Uhrzeit noch unterwegs waren gab es schon. Oben auf der Passhöhe habe ich dann noch super Bilder gemacht und ein paar Minuten später auf dem Rückweg zum Motorrad war schon alles in den Wolken verschwunden… Bin dann auf der anderen Seite runter und bis hier waren die Wolken noch nicht. Das Licht und die Berge waren einfach nur super…

Es ging also auf der andere Seite wieder runter auf der Suche nach einem Platz zum campen.

Den habe ich dann auch gefunden.

Als ich das Motorrad ausrollen ließ war das Geräusch auf einmal verschwunden. Hm dachte ich mir, wie kann das auf einmal sein, aber gut. Dann viel mir auf das der Tacho nicht mehr geht 🙂 AHA es war die Tachowelle die immer so einen Lärm gemacht hat. Ich fahre jetzt also ohne Tache, die KM nehmen aber auch nicht zu, hehe.

Nachdem ich vergeblich versucht habe ein Lagerfeuer zu machen, das Holz war einfach zu naß, habe ich noch Abendbrot gegessen und bin dann ins Bett gegangen. Am nächsten Morgen sollte es dann weiter gehen Richtung Geirangerfjord und mir war schon nach dem Aufstehen klar, dass ich gestern alles richtig gemacht hatte. Alles war in Wolken gehüllt und hätte ich bei dem Wetter den Trollstiegen gefahren, hätte ich nichts davon gehabt. Nun Wolken waren da, aber es war soweit trocken. Feucht und kalt war es trotzdem. Also das Zelt wieder zusammenpacken und auf zum Geiranger…

Mein erster Blick auf den Geirangerfjord war dann… sagen wir mal nicht so vielversprechend…

Nun gut es ging also über die kurvige Straße in den Fjord hinein und es wurde besser, so dass man wenigstens etwas erkennen konnte. Klar bei richtig klarem Wetter wird es wesentlich imposanter sein. Aber auch so hatte ich einen schönen Eindruck. Unten in Geirander selbst werden dann die ganzen Touristen von den Kreuzfahrtschiffen ausgespuckt und werden durch die Souvenirshops geschleust. Ich habe mir alles von den Aussichtspunkten angeschaut…

Danach bin ich auf der anderen Seite über den Pass gefahren und das Wetter wurde abenteuerlich, weil die Sicht unfassbar schlecht wurde. Dazu kommt dann, dass die kleinen Wassertropfen des Nebels sich auch noch auf das Visier setzen. Ganz langsam habe ich mich also hochgetastet…

Oben auf der Passhöhe wurde das Wetter langsam besser und ich war froh wieder normal die Strecke erkennen zu können…

Die Strecke führe immer weiter über ein Hochplateau und um so weiter ich fuhr um so besser wurde das Wetter. Wer hätte das gedacht am Anfang diesen Tages…

Da war Sie die Sonne!!! Ich konnte es kaum glauben. Unten im Tal schien die Sonne. Habe oben am Aussichtspunkt noch einen deutschen Biker getroffen. Neben zwei Hamburgern auf den Lofoten war dies der einzige deutsche Biker den ich getroffen habe. Schon komisch… So viele sind mit ihren Autos und Wohnmobilen hier unterwegs. Aber die Motorradfahren sind scheinbar schon wieder zu Hause…

Unten im Tal war also die Sonne, also nicht wie runter ins Tal! Die Regenklamotten ausziehen und die Sonne genießen. Herrlich wieder in der Sonne zu fahren und trockene Straßen unter dem Gummi zu haben 🙂

Die Straßen waren super und die Flanken der Reifen glühten. Einfach nur ein Motorradtraum! Irgendwann konnte ich dann einen großen Gletscher von der Straße aus sehen und kurz darauf kam ein Hinweisschild. 36km zum Gletscher, also 70km Umweg. 70km da lache ich doch drüber!

Wie sich herausstellte ist es der größte Gletscher Norwegens und der Umweg hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Bei traumhaften Wetter bin ich dann an meinem aktuellen Campingplatz angekommen und habe direkt entschieden hier zwei Tage zu bleiben. Einfach mal wieder einen Tag ausruhen und den Blog updaten 😀

Hier bin ich jetzt und morgen geht es weiter…

Ich bin noch zwei Tage von Kristiansand entfernt, dann geht es auf die Fähre nach Dänemark. Das Wetter heute war super und ich habe Sonne getankt und auch für die nächsten Tage ist gutes Wetter angesagt. Ich hoffe also, dass ich noch schön nach Hause komme…

 

Bis die Tage…

1 Comment

  1. Einfach super Tobi, wir wünschen dir weiterhin soviele schöne Erlebnis und das hoffentlich nichts ernstes mit dem „geknatter“ ist.

    Wir vermissen dich auch und haben dich lieb

    ma + pa

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