Auf zur Wolfsschanze

Nachdem ich gut in Danzig angekommen bin, habe ich mich also auf den Weg in die Stadt gemacht. Was soll ich sagen Danzig ist wirklich schön. Eine tolle Altstadt mit vielen Cafes und Restaurants. Erst war es noch etwas zugezogen und regnerisch. Aber nach einer ordentlichen Schauer zeigte sich Danzig von seiner schönsten Seite.

Ich bin dann lecker essen gegangen und habe mir noch ein Bier getrunken. Obwohl ich mit ein paar Leuten ins Gespräch gekommen bin, hat sich für den Abend nichts weiter ergeben. Also bin ich gegen halb 10 zurück ins Hostel, habe noch was gelesen und bin früh ins Bett gegangen.

Am nächsten Morgen war ich gegen 7 Uhr wach und die Sonne strahl! Also ist gute Laune angesagt. Sachen zusammenpacken, frühstücken, aufpacken und auf gehts Richtung Wolfsschanze. Danzig habe ich recht schnell hinter mir gelassen und  es ging weiter über wunderschöne kleine Straßen.

Dann hat mich mein Navi das erste Mal im Stich gelassen. Durch kleine Dörfer ging es durch ein Sumpfgebiet und eigentlich sollte hier eine Fähre sein, die mich auf die andere Seite bringt. Diese war aber sicherlich nicht gestern erst außer Betrieb genommen worden 😀

Also musste ich einen anderen Weg finden. Ein Umweg von ca. 20 km wie sich danach herausstellte. Das wirklich schöne war aber der Umweg selbst. Denn die Strecke sah so aus:

Schön durchgeschüttelt ging es weiter bis zur Wolfsschanze. Ich habe mir hier im Hotel eingemietet. Es ist das alte SS Gästehaus. Irgendwie ein komisches Gefühl in einem Zimmer zu schlafen, wo wahrscheinlich Menschen mit viel Blut an den Händen geschlafen haben. Das Restaurant ist im alten Kasino untergebracht und es läuft passende Musik ala „Ein kleiner grüner Kaktus“.

Die eigentliche Anlage ist größtenteils zerstört. Es ist unglaublich das hier 2000 Menschen rund um Hitler gelebt haben. Abgeschottet von der Außenwelt und in dieser kühlen und kahlen Atmosphäre einer Bunkeranlage. Das hier keine menschlichen Gefühle und Ansichten gefördert wurden kann ich mir alleine durch die Lebensumstände vorstellen.

Die Bunker sind riesig und die Wandstärke beträgt sicherlich 5-7 Meter. Die eigentlichen „Wohnräume“ im inneren sind kaum zu erkennen, aber sicherlich klein und beengt.

Hier noch ein paar Fliesen die ich im Bunker von Göring gefunden haben. Das einzige Zeugnis das ich gefunden habe…

Auf dem weg zum Abendessen habe ich dann vor der Hotel ein anderes Motorrad gesehen. Englisches Nummernschild aber „AUS“ Aufkleber auf dem Motorrad. Die Besitzer kamen dazu und wir sind ins Gespräch gekommen. Wie sich herausstellte waren es zwei wirklich unglaublich nette Australier die das Motorrad in England gekauft haben und jetzt 4 Monate durch Europa reisen. Sie haben vor 25 Jahren einen ähnlichen Trip gemacht kurz nach Ihrer Hochzeit. Nachdem wir zusammen essen waren, haben wir noch bis 24 Uhr an der Hotelbar gesessen und nett geplaudert. Jetzt habe ich eine offizielle Einladung nach Australien und muss da wohl in den nächsten Jahren hin. Ein toller Abend!

Jetzt packe ich gleich wieder zusammen und werde mich auf den Weg nach Kaliningrad machen. Bis bald…

1 Comment

  1. Wo bleiben Berichte und Bilder von 2013? Warten dringend auf Eindrücke von der Tour!

    Grüße aus dem heißen Schwäbisch Hall M&G&E

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